Einfach erklärt: Was macht ein Frachtführer?

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Wenn man einmal in die Welt der Logistik- und Transportindustrie eintaucht, wird man sofort mit vielen unterschiedlichen Begriffen überflutet. Das gilt vor allem für den Gütertransport. Frachtführer, Verfrachter, Speditionen, Transportunternehmen… Das alles beschreibt eigentlich nur den die Person oder das Unternehmen, die von Fracht von Ort A nach Ort B transportiert. Aber Achtung! Das sind keine Synonyme. Es gibt kleine, aber wichtige Unterschiede.

Was genau ein Frachtführer ist, wie er sich von einem Spediteur unterscheidet und viele weitere wichtige Informationen finden Sie in diesem Blog.

Wer oder was ist ein Frachtführer?

Als Frachtführer bezeichnet man einen selbstständigen Kaufmann oder ein Unternehmen, das sich verpflichtet hat, eine Güterbeförderung für ein anderes Unternehmen durchzuführen.

Einfacher gesagt: Bei einem Frachtführer handelt es sich um die Partei, die den Transport der Fracht physisch durchführt. Dabei ist der Auftraggeber der Eigentümer der zu transportierenden Güter. Diese Geschäftsbeziehung ist in einem Dokument festgehalten, dem sogenannten Beförderungs- beziehungsweise Frachtvertrag. Synonyme für den Begriff „Frachtführer“ sind Transporteur oder Transportunternehmen.

Ein Frachtführer oder Transportunternehmen verfügt über eigene Fahrzeuge. Da es sich immer über enorme Mengen an Fracht handelt, werden für den Straßengüterverkehr Lastkraftwagen verwendet. Wenn die Lkws inklusive der Hänger weniger als 3,5 Tonnen wiegen, dann genügt eine Gewerbeanmeldung. Bei gewerblicher Güterbeförderung mit Fahrzeugen über 3,5 Tonnen Gesamtgewicht wird innerhalb Deutschlands eine Güterkraftverkehrserlaubnis benötigt. Um Fracht über die Grenze hinweg zu transportieren, muss der Transporteur eine EU-Lizenz besitzen.

Arten von Transporten

Abgesehen von dem Straßengüterverkehr gibt es auch andere Möglichkeiten Fracht von A nach B zu befördern. Grundsätzlich unterscheidet man zwischen folgenden Bereichen:

–          Land: Straße oder Schiene

–          Wasser: Binnengewässer oder See

–          Luft

Der Begriff „Frachtführer“ ohne zusätzliche Spezifizierung wird typischerweise für Landtransporte verwendet. Bei Transporten auf dem Wasser oder in der Luft wird entsprechend von einem Seefrachtführer oder Luftfrachtführer gesprochen.

Worin unterscheidet sich der Frachtführer von einem Spediteur?

Es kann gut sein, dass Ihnen der Begriff „Spedition“ beziehungsweise „Spediteur“ geläufiger. Allerdings gibt es einen signifikanten Unterschied:

Eine Spedition ist ein Dienstleister, der sich um die Organisation des Transports kümmert. Ein Frachtführer ist lediglich für den Transport an sich verantwortlich.

Ein Beispiel zur Verdeutlichung: Ein Auftraggeber muss Fracht von München nach Berlin befördern. Deshalb wendet er sich an eine Spedition, die die organisatorischen Aufgaben übernimmt. Die Spedition kontaktiert dann einen Frachtführer, der die Ware in einem Lager in München abholt und an die Lieferadresse in Berlin befördert.

In der Praxis gibt es allerdings oft Überschneidungen zwischen diesen beiden Definitionen. Manchmal besitzt eine Spedition eigene Fahrzeuge, weshalb Sie die Transporte sowohl organisieren als auch ausführen kann. So kann auch ein Transportunternehmen seine Aufträge an Partner abgeben. Dementsprechend drücken die Begriffe „Frachtführer“ und „Spedition“ den Schwerpunkt der Tätigkeit aus.

Pflichten des Frachtführers

Die Hauptpflicht ist die sorgfältige Ausführung des Transports. Dabei muss die festgelegte Lieferfrist eingehalten werden (§ 432 HGB). Zudem verpflichtet sich der Frachtführer die Weisungen des Versenders zu befolgen (§ 418 HGB). Werden diese Pflichten nicht erfüllt, kann von dem Transporteur Schadensersatz verlangt werden.